IG Leeden besichtigt die Georgsmarienhütte

Du betrachtest gerade IG Leeden besichtigt die Georgsmarienhütte

Stabstahl, Blankstahl, Edelbaustahl – einen Abstecher in das Stahlwerk Georgsmarienhütte im gleichnamigen niedersächsischen Ort unternahm eine Delegation der Interessengemeinschaft Leeden (IGL). 18 Personen erfuhren viel bei einer etwas anstrengenden Besichtigungstour, die viele Einblicke in die Stahlproduktion und -verarbeitung gewährte.
„Bereits im Vorfeld war uns gesagt worden, dass das eine etwas anstrengendes Unterfangen sei, an der schwangere Personen und Personen mit Herzschrittmachern aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen dürften“, beschreibt Gerhard Wellemeyer vom IGL-Vorstand die Bedingungen. Die Besucher mussten zudem schwindelfrei sein und auch über eine gewisse Kondition verfügen, ging es laut Wellemeyer „doch über freie Treppen über 60 Stufen hoch zum Hochofen und anschließend wieder herunter“. Die Führung über knapp drei Stunden auf dem gesamten Werksgelände durch einen ehemaligen aktiven Mitarbeiter in der Hütte war rund fünf Kilometer lang.
Die Georgsmarienhütte GmbH „ist ein am 14. Juli 1856 als Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein gegründetes Stahlwerk mit Sitz in der nach dem Stahlwerk benannten Stadt Georgsmarienhütte“, erfuhr die Besuchergruppe aus dem Stiftsdorf.
Die Georgsmarienhütte zähle „zu den führenden europäischen Anbietern von Stabstahl, Halbzeug und Blankstahl aus Qualitätsstahl und Edelbaustahl und erzielt vier Fünftel ihres Umsatzes mit der Automobilindustrie“. Sie sei „ein Teil der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe, einem Verbund aus über zwanzig mittelständisch ausgerichteten Unternehmen in Deutschland, Österreich, Australien und den USA“ und gehörte ab 1923 zum Klöckner-Konzern, „in dem um 1970 noch etwa 6000 Mitarbeiter beschäftigt waren“. Heute seien das nur noch knapp ein Viertel davon.
„Wir waren dabei, als der Elektrolichtbogenofen zwei Mal mit 90 beziehungsweise 60 Tonnen Schrott für einen Schmelzvorgang befüllt wurde“, berichtet Gerhard Wellemeyer. Die glühende Elektrode erzeuge im Schmelztiegel 1650 Grad Hitze, der Schrott schmilzt bei großem Getöse. „Man hat den Eindruck, als wenn man in den Vorhof der Hölle schaut – sehr eindrucksvoll“, meinte ein Teilnehmer an der Tour. Es sei „kaum vorstellbar“, dass „der Lichtbogen-Ofen etwa so viel Strom wie die gesamte Stadt Georgsmarienhütte mit etwa 31.000 Einwohnern verbraucht“.
Alle Teilnehmer waren von der Führung sehr beeindruckt. Als nächstes plant die IG Leeden die Besichtigung eines Wasserwerkes des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land, teilen die Verantwortlichen mit.

Quelle: WN / Björn Igelbrink / Gerhard Wellemeyer