Altherrenclub informiert sich über Schutz vor Kriminalität im Alter

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„Schutz vor Kriminalität im Alter“ war das Thema von Polizeihauptkommissar Ralf Groothus aus Rheine. Der Experte referierte im voll besetzten Stiftshof für die Mitglieder des Altherrenclubs, die den Ausführungen mit großem Interesse folgten.
„Kaum zu glauben waren die Ausführungen von Ralf Groothus“, fasst es Albrecht Fischer zusammen. Der Sprecher der Altherren nannte es „bedrückend, wie Betrüger es immer wieder am Telefon schaffen, Menschen, meistens ältere, zu verunsichern oder zu verängstigen, die dann bereit sind, hohe Bargeldbeträge oder Wertsachen an die Mittäter zu übergeben“.
Die Lage werde nach Angaben von Ralf Groothus „immer äußerst dringend dargestellt, um das Opfer unter Druck zu setzen“. Außerdem bitten die Täter um absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten, zum Beispiel anderen Verwandten oder Bankangestellten. „Die Betrüger“, so Groothus, „rufen meistens aus dem Ausland an und geben sich als Polizeibeamte, andere Amtspersonen oder nahe Familienmitglieder aus“.
Laut dem Polizeihauptkommissar warnen sie „zum Beispiel vor einem geplanten Einbruch oder vor Kriminellen, die das Konto von dem Angerufenen angeblich plündern wollen“. Den Betroffenen böten sie an, Bargeld oder Wertsachen von einem angeblichen Kriminalbeamten abholen und an einem sicheren Ort bringen zu lassen.
„Ein weiteres Beispiel ist der sogenannte Enkeltrick“, informierte der Fachmann. Die Täter rufen unter dem Vorwand an, Verwandte oder gute Bekannte zu sein. Sie täuschen einen finanziellen Engpass oder eine Notlage vor und bitten kurzfristig um hohe Bargeldbeträge. Im Telefondisplay ist die Notrufnummer 110 beziehungsweise die Telefonnummer der örtlichen Polizei zu sehen, „so dass die Angerufenen keinen Verdacht schöpfen“.
Kommissar Groothus gab den Anwesenden folgende Tipps für ihre Sicherheit und Empfehlungen für entsprechende Verhaltensweisen. So sei es überlegenswert bei einer nicht bekannten Telefonnummer den Hörer überhaupt abzuheben. Eventuell könne hier ein Anrufbeantworter zum Einsatz kommen. „Die Notrufnummer 110 wird Sie niemals anrufen“, so Ralf Groothus.
Misstrauen sei bei Geldbitten am Telefon angebracht und Auskünfte über persönliche und finanzielle Verhältnisse tabu. Nicht nur Senioren dürften sich telefonisch nicht unter Druck setzen lassen und sollten unbekannten Personen niemals die Tür öffnen.
Eine Vertrauensperson hinzuzuziehen ist ein Ratschlag. Geld oder Wertgegenstände sollten Unbekannten nicht ausgehändigt werden – auch wenn es Polizisten zu sein scheinen. „Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie selber die Polizei unter der 110 (ohne Vorwahl) an“, riet Kommissar Groothus, den die Altherren nach seinem eineinhalbstündigen Vortrag mit viel Applaus verabschiedeten.

Quelle: WN, Björn Igelbrink