Sie sind fleißig und durchaus friedlich: die unzähligen Bienen von Martin Kusch. 20 Völker nennt er sein Eigen, obwohl seine Karriere als Hobbyimker mit einem Fehlstart begann.
Martin Kusch präsentiert seine fleißigen Bienen. Foto: Ruth Jacobus
Er ist der Herr über 20 Völker mit zusammen bis zu einer Million Bewohnern. So ganz genau lässt sich das allerdings nicht beziffern. Doch es sind emsige Völker, die fleißig Honig produzieren. Martin Kusch ist Hobbyimker. Bei ihm gibt es aber nicht nur leckeren Honig, sondern auch Limonaden und Liköre, die eins gemeinsam haben: die Zutat Honig. Unter der Adresse „honigtrifftlikoer“ sind die Leckereien zu finden.
Zu Hause sind die Bienen in Leeden am Pötterfeldweg. Und dort scheinen sie sich sehr wohlzufühlen. Ein leises Gesumme ist zu hören, wenn sie in den Bienenstock hinein- und wieder herausfliegen. Die Menschen, die direkt daneben stehen, scheinen sie nicht zu interessieren. Umgekehrt aber ist es so: Martin Kusch hegt und pflegt seine fleißigen Honigproduzenten.
Mit einem Fehlstart geht es los
Bienen haben ihn schon immer fasziniert. Als in der siebten Klasse das Thema Bienen auf dem Lehrplan stand, hat ihn das mehr als alles andere interessiert, erzählt Martin Kusch. Und als er 17 Jahre alt war, hat sein Vater mit der Imkerei angefangen. Zehn Jahre später war damit dann wieder Schluss, aber es hat nachgewirkt. 2017 hat Martin Kusch dann einen Grundkurs in Imkerei besucht und mit dem neu erworbenen Wissen direkt mit der Imkerei angefangen. „Ich habe einen Fehlstart hingelegt“, gesteht er offen. Denn ganz so leicht ist es nicht mit der Imkerei. Für ihn war es das erst einmal.
Geraume Zeit später – er war inzwischen zweimal Vater geworden und hatte sich zudem eine Auszeit nehmen müssen – kam er doch wieder darauf zurück. „Ich brauchte etwas, das mir Kraft gibt und mich erfreut“, erzählt der Leedener. „Dann bin ich schnell auf die Imkerei zurückgekommen.“ Und er ist ihr treu geblieben. „Ich habe aus den Anfangsfehlern gelernt und bin die Dinge anders angegangen.“ Und das mit Erfolg. Aus zunächst zwei sind vier Bienenvölker geworden. Spannend war für ihn der erste Winter. Er hat die Bienen gefüttert, „und dann hieß es: abwarten“. Sie haben alle überlebt. Für Martin Kusch war das ein besonderes Erlebnis. „Das Gefühl war größer als das, den ersten Honig zu ernten.“
Eine neue Königin soll Einzug halten. Ruhig bleibt sie auf der Hand des Imkers sitzen.
Eine neue Königin soll Einzug halten. Ruhig bleibt sie auf der Hand des Imkers sitzen. Foto: Ruth Jacobus
Mittlerweile hat der Leedener 20 Bienenvölker. „Es sind Supervölker, sie haben es mir leicht gemacht“, schwärmt Martin Kusch von seinen Bienen. Für ihn sei es nicht die Kunst, Bienen zu halten, sondern Honig zu machen. Irgendwann bekomme man das Gefühl, wie lange man ihn rühren müsse, bis er die passende Konsistenz habe. Allerdings bedeutet die Imkerei in dieser Größenordnung auch viel Arbeit. In diesem Jahr habe er gemerkt, dass er an seine Grenzen komme, berichtet er. Daraus werde er seine Schlüsse ziehen, sich verkleinern oder aber alles weiter optimieren.
Acht Völker hat Martin Kusch auf seinem Gelände in Leeden stehen, andere in Hasbergen auf einer Fläche, auf der es viele Akazien gibt. Auch zu einem Rapsfeld hat er seine Bienen gebracht. Es soll ja Imker geben, die die Tracht aus dem Honig herausschmecken, weiß Martin Kusch. Er gehört nicht dazu, gibt er ehrlich zu. Aber er weiß halt genau, wo seine Bienen Nektar sammeln.
Schutzkleidung braucht Martin Kusch nicht, wenn er sich um seine Bienen kümmert. Sie sind sehr friedlich.
Schutzkleidung braucht Martin Kusch nicht, wenn er sich um seine Bienen kümmert. Sie sind sehr friedlich. Foto: Ruth Jacobus
Irgendwann kam der Leedener dann auf die Idee, seinen Honig auf einem Mittelaltermarkt anzubieten. Da er noch mehr Produkte anbieten wollte, hat er Kontakt zu einer Brauerei aufgenommen. Sie beliefert ihn, zum Beispiel mit Lindenblüten-Honig-Limonade. Auch Gin und Whiskey – natürlich mit Honig – bietet er an. Unter anderem war er auch auf dem Leedener Feierabendmarkt vertreten. „Wenn das richtige Publikum da ist, verkauft sich alles sehr gut“, freut er sich über die positive Resonanz.
Und er hat weitere Ideen, hat zum ersten Mal Wabenhonig in einem großen Rahmen hergestellt. Den könnte er sich gut auf einem Frühstücksbuffet in einem Hotel vorstellen. Entweder isst man den langsam heraustropfenden Honig oder aber nimmt sich ein Stück mit Wabe und kaut, bis der Honig raus ist, erläutert der Imker. Ein Hingucker ist solch ein Wabenhonig allemal – und gut bekömmlich. Auch Hofläden oder den Einzelhandel würde der Leedener gerne beliefern.
Martin Kusch hat nicht nur Honig im Angebot, sondern präsentiert auf seiner Homepage auch Limonaden und Liköre. Im Hintergrund ist der Wabenhonig zu sehen.
Martin Kusch hat nicht nur Honig im Angebot, sondern präsentiert auf seiner Homepage auch Limonaden und Liköre. Im Hintergrund ist der Wabenhonig zu sehen. Foto: Ruth Jacobus
An der Hofeinfahrt hat er einen Selbstbedienungskasten stehen, in dem sich immer ein paar Gläser Honig befinden. Oft seien es Gäste vom gegenüberliegenden Campingplatz, die sich bedienen würden, erzählt Martin Kusch.
Bei Veranstaltungen in der näheren Umgebung will er auch künftig vertreten sein, denn das macht ihm viel Freude – und viel Arbeit. Da er in Vollzeit berufstätig ist und auch samstags arbeiten muss, kann er nicht oft auf Märkten unterwegs sein. Zumal die Bienen ja auch immer seine Aufmerksamkeit erfordern. Aber jetzt geht es ja, zumindest für die Bienen, langsam auf den Winter zu, in dem der Imker nicht mehr ernten muss.
Quelle:WN / Ruth Jacobus
