Ein diesiger November-Abend, Blaulichter im Stiftsbereich, schaurig-schöne Beleuchtung überall, ein unheimlicher Fackelzug und unzählige finstere Gestalten am Wegesrand – wer es bisher noch nicht wusste, konnte es am Freitag erfahren: „In Leeden spukt’s“. Besonders ist dies rund um die Remise bei der gleichnamigen Veranstaltung der Interessengemeinschaft Leeden (IGL) der Fall. Mindestens 300 Personen – besonders viele der jüngeren Gäste geschminkt und verkleidet – waren dabei, schätzen die Organisatoren.
„Mehr geht nicht“, verlautbart Gerhard Wellemeyer als Vertreter des IGL-Vorstandsteam, und er ergänzt: „Mit unseren eigenen Ressourcen ist das so gerade noch zu stemmen.“
Die tolle Resonanz ist das Ergebnis „von vielen ehrenamtlichen Helfern“ sagte Katja Seidel. Mit Matthias Auffahrt und Jessica Laniewski ist sie in der IGL für die Spuk-Organisation verantwortlich. Rund 125 Fackeln fanden Abnehmer, womit sie ausverkauft melden konnten.
Besonders schön und stimmungsvoll fiel nicht nur die Beleuchtung an der Remise und entlang der Wegstrecke aus, auch die Dekoration punktete mit Ideenreichtum und Abwechslung. Von Skelette-Girlanden über leuchtende Kürbisse bis hin zu mehreren Nebelmaschinen war alles zu finden, was kreativ, humorvoll und oft auch ein bisschen horrorhaft das Halloween-Thema aufgriff.
Die verseuchten Nuklearwissenschaftlicher in ihren strahlenden Schutzanzügen waren ebenso ein Blickfang wie natürlich die neunköpfige professionelle Erschrecker-Crew aus Osnabrück mit ihren ausgefallenen Kostümen. Der Grinseclown lugte aus dem Papiercontainer, apathisch saßen schwer Verwundete und verhexte Gestalten mit teils leuchtenden Augen auf Bäumen, vorm Kindergarten, hinter Hecken und am Wegesrand. Der Nebeltunnel in der Grundschule mit Minimalsichtweiten verlangte den teilnehmenden Kindern am Fackelzug wirklich etwas Mut ab.
Schaurige Geräusche hier und Gruselmusik da. Das Ambiente hätte nicht besser sein können. Gertrud Barlag und Jessica Laniewski haben sich um viele Geister und Gespenster gekümmert. Insgesamt wirkten 56 Kinder und Jugendliche mit, die entlang der Strecke des Fackelumzugs ihr Unwesen trieben. „So viele hatten wir noch nie“, freute sich Gerhard Wellemeyer
Der IGL-Vertreter dankte ihnen ebenso wie „dem Team der Pattbreede und Edgar, die am Grill- und Getränkestand für unsere Versorgung zuständig sind“. Von Zombiehaut (Hähnchenschnitzel) bis hin zu Teufelshörnern (Grillwürstchen) und Hexenfingern (Pommes) reichte die kulinarische Bandbreite.
An anderen Ständen mundeten Hexenfeuer und Teufelsbrand, Hot Aperol, Birnenpunsch sowie Eiterwürmchen in Glibber (roter Wackelpudding mit Vanillesauce). Letzteres war Teil der Spendenaktion der Freiwillige Feuerwehr im Stiftsort, die einen erkrankten Kameraden unterstützt. Eltern und Kinder des Kindergartens Pusteblume boten Süßigkeiten und frisches Popcorn an.
Eine Gruppe von Mädchen und Frauen bot Kinder-Schminken an, Jürgen Auffahrt und das Budenbauer-Helfer-Team sorgten für die tolle Illumination und Deko auf dem Stiftshof-Gelände und rund um den Dorfteich.
Wenn Feuer und Sicherheit ins Spiel kommen, sorgt die Jugendfeuerwehr aus Tecklenburg und der Löschzug Leeden der Freiwilligen Feuerwehr für einen reibungslosen Ablauf, indem sie zum Beispiel abgebrannte Fackeln ablöschten und den Umzug absicherten.
Den ersten Teil des Fackelumzugs führte Uli Plenter durch die abendliche Dunkelheit, Heinz Saatkamp leitete den zweiten Teil der Fackelparade. Über den Schulhof entlang der Leedener Straße am alten Pfarrhaus vorbei führte der leuchtende Umzug über den Hermannsweg zurück zur Remise mit einer Runde um den nebligen Dorfteich, ehe die Veranstaltung ausklang.
Quelle: WN / Björn Igelbrink
