Jedes Exemplar ist ein kleines Kunstwerk für sich. Mit viel Liebe zum Detail und zur Handwerkskunst sind die rund 80 Nussknacker entstanden, die Elke Auffahrt der IG Leeden zukommen ließ. Was geschieht nun mit der schönen Sammlung?
Sie freuen sich, die Nussknackersammlung bald der Öffentlichkeit präsentieren zu können (v.l.): Gerhard Wellemeyer, Uwe Auffahrt, Annette Reiffenschneider, Jürgen Auffahrt, Karl-Heinz Lammers, Manfred Beck, Uli Plenter und Heinz Westphal. Foto: Ruth Jacobus
Ein Rosenkavalier, ein Golfspieler, Wissenschaftler, Sportler und sogar Musketiere schlummern in den Originalverpackungen. Nur einmal im Jahr sind sie bislang herausgenommen worden, zierten früher in der Vorweihnachtszeit ein Haus. Es sind Kunstwerke aus Holz, detailverliebt in Handarbeit im Erzgebirge entstanden und sehr schön anzuschauen: die rund 80 Nussknacker, die nun die Interessengemeinschaft (IG) Leeden ihr Eigen nennt.
„Wir sind dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, erzählt Gerhard Wellemeyer schmunzelnd. Die im März verstorbene Elke Auffahrt hatte verfügt, dass die umfangreiche Sammlung in Leeden verbleiben und der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Und diesen Wunsch will die IG gerne erfüllen.
Zu verdanken sind die sehenswerten Exponate Wilfried Auffahrt, dem bereits im Jahr 2005 verstorbenen Ehemann von Elke Auffahrt. Er hatte eine Leidenschaft für die im Erzgebirge hergestellten Figuren. „Jedes Jahr zu Weihnachten hat er sie aufgestellt und dann wieder sorgfältig verpackt“, erzählt Gerhard Wellemeyer. Und jedes Jahr kamen neue Exemplare hinzu. Und das seit 1975.
Elke Auffahrt ist im Jahr 2015 als 150. Mitglied der Interessengemeinschaft Leeden beigetreten und hat gleich bei dieser Gelegenheit eine Spende zur Förderung der IG-Jugendarbeit in Höhe von 150 Euro geleistet. 2017 wurde sie als Beirätin in den Vorstand berufen und war stellvertretende Schriftführerin. Sie hat die vielfältige Arbeit in der IG Leeden immer sehr interessiert verfolgt, begleitet und unterstützt.
Schade, dass die Öffentlichkeit die Sammlung nicht zu sehen bekommt, musste sich wohl Peter Esfeld gesagt haben. Das IG-Mitglied hat dann die Initiative ergriffen und mit der Witwe gesprochen. In den Jahren 2014, 2016 und 2018 wurden die Nussknacker dann im Rahmen des Leedener Weihnachtsmarktes in der Stiftskirche ausgestellt und Elke Auffahrt sammelte bei den Besuchern Geld, das sie für die Jugendarbeit in Leeden gespendet hat. Nach 2018 waren die Exponate dann nicht mehr öffentlich zu sehen.
Und nun sind kümmert sich die IG Leeden um die hübschen Nussknacker. Nach Abstimmung mit der Adoptivtochter von Wilfried und Elke Auffahrt, Birgitt Jegust, wurde die Sammlung vor gut zwei Monaten übernommen, unter Mithilfe von Heinz Westphal, dem früheren Nachbarn, der Elke Auffahrt über viele Jahre hinweg ein treuer Helfer im Garten und auf dem Hof war. Die Nussknacker sind nun eingelagert in Räumen, die Annette und Martin Reiffenschneider zur Verfügung gestellt haben.
Nun werden die Exponate erst einmal alle erfasst und beschriftet. 66 von ihnen sind bislang aufgelistet. Fast jede Figur hat einen Namen, erläutert Heinz Westphal. Sie stammen allesamt von der Firma Steinbach im Erzgebirge, fügt Manfred Beck hinzu. Er sowie Uli Plenter, Karl-Heinz Lammers, Jürgen Auffahrt sowie Uwe Auffahrt und Gerhard Wellemeyer vom IG-Vorstandsteam kümmern sich um die Nussknacker, von denen das jüngste Exemplar bereits über 20 Jahre alt ist.
Und was geschieht nun mit den Exponaten? „Wir wollen sie nicht verkaufen“, stellt Uwe Auffahrt klar. Schön wäre es natürlich, sie dauerhaft ausstellen zu können. „Doch dafür fehlt der Platz.“ Die Exponate sollen aber zumindest im Rahmen des Leedener Weihnachtsmarktes in der Stiftskirche gezeigt werden. Vielleicht gebe es ja Jugendliche, die während der Öffnungszeit darauf aufpassen würden und dabei Geld sammeln für die Jugendarbeit, so die Überlegung der IG. Man sei bereits im Gespräch.
Zu sehen sind dann Nussknacker, die so unterschiedlich sind wie die Menschen selbst. Verschiedene Berufe und Sportler, Figuren aus der Geschichte, wie Columbus, und aus der Bibel, wie Moses, Komponisten und mehr stellen die Nussknacker dar, die von der Firma Steinbach Volkskunst in Marienberg bereits seit über 200 Jahren in Handarbeit hergestellt werden.
Quelle: WN / Ruth Jacobus
Fotos: Ruth Jacobus
