Leedener Kulturcafé zum Internationalen Frauentag machte viel Spaß: Geschichtliche Impulse und viel Humor

Erst gingen die Frauen tanzen, und dann, einen Abend später, hörten sie Geschichtsträchtiges und Humorvolles zum Thema Frauen.

Am Sonntag, 8. März, war in Leeden volle Frauenpower angesagt. Karin Stryjewski begrüßte etwa 80 Besucherinnen zum Kulturcafé im liebevoll hergerichteten Stiftshof. „Frauen halten die Welt am Laufen“, stellte sie fest. Sie kümmerten sich um Kinder, Senioren – und Männer, sagte sie augenzwinkernd. Sie verwies darauf, dass vor 125 Jahren Frauen erstmals das Wahlrecht erhielten.

Diesen Punkt griff die Referentin Anna-Lena Strotjohann in ihrem Vortrag über Meilensteine der Frauenrechte von der Antike bis zur Gegenwart auf. Sie erzählte zunächst einiges über ihren Werdegang, der sie von Münster nach Leeden führte. Nach einer Ausbildung als Erzieherin hatte sie das Abitur nachgeholt und Geschichte und Deutsch studiert, um Lehrerin zu werden.

Von ihren Geschichtskenntnissen profitierten die Gäste der Frauentagsfeier. Auf ihrer Zeitreise schilderte Anna-Lena Strotjohann die Lebensbedingungen von Frauen, die meist nicht viel zu sagen hatten. In der Antike waren sie entweder Göttinnen oder sie versorgten Haus und Kinder. Das Mittelalter war eine Zeit des Wandels. Gebildete Frauen wurden als gefährlich eingestuft – und als Hexen verbrannt.

Der Weltfrauentag wurde erstmals im Jahr 2011 begangen. Ziele waren das Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und gleiche Bildungschancen. Heute gelangen Frauen immer noch schwerer in Führungspositionen als Männer – und sie werden schlechter bezahlt. Anna-Lena Strotjohann lud zum Dialog ein und forderte die Anwesenden auf, ihre Stimme zu erheben: „Wir Frauen sind nicht das schwache Geschlecht.“

Im Foyer bot Andrea Dünnermann an einem Stand selbst gestalteten Schmuck an. Ein Stopp am umfangreichen Büfett mit heißen und kalten Getränken und selbst gebackenen Kuchen war ebenfalls sehr lohnenswert.

Kabarettistisches mit Sabine Hollefeld

Nach einer Pause zum Gedankenaustausch betrat Sabine Hollefeld den Raum. Die Kabarettistin widmete sich in lustiger Form einigen frauenspezifischen Problemen, die im realen Alltag ganz schön nerven. „Ohne Frauen wäre die Welt unfairer und deutlich schlechter organisiert“, betonte sie.

Mit Thorsten Käsekamp an der Gitarre ließ sie das Publikum an Liedern aus Programmen der Kabarett-Truppe „Dietutnix“ teilhaben, deren Mitglied sie war. „Ich hab‘ Sommer“ und „Schön war die Zeit“ eigneten sich perfekt zum Mitsingen und -klatschen. Reminiszenzen an Flaschendrehen im Partykeller und ein Song über ihren früheren Beruf als Fleischereifachverkäuferin begeisterten die „Gästinnen“ im Stiftshof. „Gehacktes kneten ist wie Tiere streicheln, nur später“, erklärte sie sarkastisch. Das umgedichtete Chanson „Überall kneift die Hose“ sang sie mit niedlichem französischen Akzent, mit dem einst Gilbert Bécaud blühende Rosen besang. Mit langem Applaus und Blümchen wurde sie verabschiedet. Auch den Wunsch nach einer Zugabe erfüllte sie noch.

Am Samstagabend hatten schon 100 Frauen einen fröhlichen Tanzabend gefeiert, freute sich Karin Stryjewski. Sie dankte allen Ehrenamtlichen der IG Leeden, die das Event organisiert hatten, und den Sponsoren Carola Eckhoff vom Landcafé am Goldbach für vier Torten, Michael Reiffenschneider für den blumigen Tisch-Schmuck und Blumen-Flaucher für zwei Dankeschön-Blumensträuße. Die Mischung aus geschichtlichen Hintergründen und kulturellen Impulsen kam bestens an.

Quelle: WN / Brigitte Striehn

Fotos: Brigitte Striehn
Karin Stryjewski (l.) freute sich, dass Anna-Lena Strotjohann über geschichtliche Hintergründe des Frauentags informierte. Thorsten Käsekamp begleitete Sabine Hollefeld bei ihren Liedern.