Leedener Weihnachtsmarkt „Mit Herz“ ein voller Erfolg

Wenn das Après-Ski-Team vom Pappelweg Bombardino in Bergkulisse anbietet, die Kindergartenpapas die Waffeleisen anschmeißen, Laubsägearbeiten vom Blombergweg erhältlich sind oder die Nachbarn aus der Pattbreede am Grill stehen, dann ist es Zeit für den Leedener Weihnachtsmarkt. Die 27. Auflage der Veranstaltung der Interessengemeinschaft Leeden (IGL) stand unter dem Motto „Mit Herz statt Kommerz“ und lockte am ersten Adventswochende Hunderte Besucher an, die sich stimmungsvoll auf den Start der Vorweihnachtszeit einstimmten.
Auf dem Treppenpodest an der Stiftskirche eröffnete Gerhard Wellemeyer vom IGL-Vorstandsteam am Samstag gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Streit und Pastor Iven Benck von der evangelischen Kirchengemeinde und einem Kinderchor der Musik-AG der Teutoburger-Wald-Schule unter der Leitung von Tim Lange und Torsten Käsekamp das zweitägige Marktgeschehen. Bei „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ oder dem Weihnachtsmedley „Last Christmas“ und Feliz Navidad“ stimmten zahlreiche Eröffnungsgäste mit ein.
„Durch das Einhorn-Horn ist Leeden wieder in aller Munde“, freute sich Wellemeyer über die lustig anzusehende Skulptur, die vor der Stiftskirche als Fotospot im Laufe der Woche entstanden war (wir berichteten). Jugendliche hatten das bunt glitzernde und fröhlich blinkende Objekt entworfen und somit dank der Preisprämierung eines lokalen Radionsenders die Herausforderung gemeistert und Startkapital für die Anlage eines Mountain Bike Trails erhalten.
Wellemeyer dankte den zahlreichen Helfern, die zum Gelingen des Weihnachtsmarkts beitragen, dessen Gesamtorganisation nun schon seit 27 Jahren in den Händen von Uwe Auffahrt liegt.
Iven Benck spielte auf das Wappentier des Stiftsdorfs an und erklärte, dass das Einhorn „ein schönes Tier ist“, es habe doch „mehr als wir denken“ mit der Weihnachtszeit zu tun, so der Geistliche. An prominenten Stellen werde es in der Bibel erwähnt, obschon es „schwer zu zähmen“ und „schnell wieder verschwunden“ sei. Wie das Einhorn lud er die Besucher des Leedener Weihnachtsmarkts ein, den adventlichen „Weg zur Geburt Jesu“ zu finden, spielte Benck auf den neunten Vers im 39. Kapitel des Buchs Hiob an.
Stadtoberhaupt Stefan Streit fand „der Leedener Weihnachtsmarkt ist einzigartig wie das Einhorn“. Die Stadt unterstütze die Jugendarbeit im Stiftsort nicht nur beim Geländeparcours für Bikefahrer sondern ab Januar starte auf die Jugendarbeit „in neuen Räumen im Stiftshof“.
Nach dem Auftakt füllten sich bei passendem Wetter schnell die Weihnachtsmarktgassen und Parkplätze im Stiftsdorf wurden rar. „Ein Großbus aus Borken brachte sogar Tagesgäste zum Markt, was der ehemalige Leedener Alfred Berkenheide organisiert hatte, der dort nun heimisch ist“, informierte Wochenmarktmeister Heinz Saatkamp. Kein Wunder also, dass hier und da der Besucherstrom ins Stocken geriet. Alle Jahre wieder gehört das auch zum Leedener Weihnachtsmarkt mit seinen 66 Buden und Ständen dazu, dass die Energieversorgung hier und da kurz ausfällt, was aber schnell wieder behoben ist. Sonst lief alles rund – auch durch den Einsatz der DRK-Mitglieder aus Lengerich.
Die von der IGL organisierte reich bestückte Tombola mit 1000 tollen Preisen war ebenso ein Publikumsmagnet wie das Stockbrotbacken in der Schlittenrunde am Lagerfeuer. Die liebevoll bemalte rote Leedener Weihnachtskugel oder die vielen Verkaufsstände mit allem, was auf das Weihnachtsfest und die kältere Jahreszeit einstimmt, erfreuten die Besucher: Vogelhäuschen, Adventskränze, gebastelte Lichter, Holzkrippen oder Häckel- und Strickwaren wie Teufelsmützen für Babys und winterliche Pulswärmer fanden Käufer. An Nachwuchs mangelt es nicht, wie die kreativen Bastelartikel an der Kinderbude zeigten.
Von Wintersteak über Backschinken, Champignonpfanne, Fischbrötchen und Reibekuchen bis hin zu Glühwein mit Schuss, Honiglikör, „Hüttenzauber 43“ und Stollen-to-go sowie Keksen im Glas reichte das vielfältige kulinarische Angebot. Jugendliche Schüler der Gesamtschule servierten Hot Dogs und Zuckerwatte, der kommende Abschlussjahrgang des Graf-Adolf-Gymnasiums bot frisches Popcorn und gebrannte Mandeln an. Die Kaffeestube auf der Diele im Stiftshof war gut gefüllt. Die Resonanz sorgte an einigen Ständen früher als sonst für ausverkaufte Artikel auf der Speisekarte.
Das Konzept der Veranstaltung getreu dem Leitwort „Weihnachtsmarkt mit Herz statt Kommerz“ ging auf. „Wir versuchen immer alle unser Bestes“, würdigt Gerhard Wellemeyer das insgesamt riesengroße ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten: Vereine, Kirchengruppen, Feuerwehr, viele IGL-Mitglieder und Einheimische betreiben die meisten der Stände, teils sogar für den guten Zweck wie beim WC-Service für die Aktion „Würde und Gerechtigkeit“, die Preisgestaltung ist moderat, überall ist Zeit für einen Plausch mit bekannten Gesichtern. Und gute Laune.
Was wäre Weihnachten ohne Musik? Für die treffenden Töne sorgte die Musikgruppe conTakt von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen mit der Flötengruppe der Musikschule beim Adventssingen in der Stiftskirche, das auch der Nikolaus für einen Abstecher nutzte. Der evangelische Posaunenchor und der Musikverein Einhorn spielten Weihnachtslieder. Mitsingen war erwünscht an der Bude des Kindergartens Pusteblume oder bei der Premiere des Chors für alle beim abendlichen „Singen auf der Treppe am Klo“ am Samstag mit auf einem Monitor eingeblendeten Liedtexten. Christian Himstedt von SkyMineMedia sorgte auch hier für passende Technik und Beschallung.
Der Leedener Weihnachtsmarkt, der längst zu den beliebtesten Veranstaltungen im Tecklenburger Land zählt, begeisterte insgesamt mit seinem familiären Flair, regionalen Produkten und einem abwechslungsreichen Programm.

Quelle: WN / Björn Igelbrink