„Wir haben uns mit Yoga-Übungen und Entspannungsreisen auf dieses Konzert vorbereitete“, begrüßte Ilka Steinigeweg schmunzelnd die vielen Zuhörer am Sonntag, 15.03.2026, zum Konzert von Musica Nova in der sehr gut gefüllten Stiftskirche. Der Vortag sei ein Probentag gewesen, der aber auch dem sozialen Miteinander innerhalb des Chors gedient habe, so die Vertreterin vom Leitungsteam. Die deutsch- und englischsprachige Musikreise des Konzerts führte „von den wilden Sechzigern bis zu den großen Gefühlen von heute“.
Dem Begrüßungsprolog ließen die 17 in pink und schwarz gekleideten Sängerinnen mit ihrem Chorleiter Niclas Brell das musikalische Intro folgen. Die Gruppe von der Chorgemeinschaft Edelweiß intonierte Herbert Grönemeyers „Musik nur wenn sie laut ist“. Trotz einiger krankheitsbedingter Ausfälle unter den Aktiven sprang der Funke zum Publikum direkt über.
Das rund 70-minütige Chorkonzert bot 14 Liedtitel, die in thematischen Blöcken stimmig aufhorchen ließen. Den Auftakt bildete der Bereich „Orientierung und Liebe“, der mit Titeln wie „Kompass“, „Das Liebeslied“, Sarah Connors „Ich wünsch Dir“ oder Nenas Klassiker „Leuchtturm“ eindrucksvoll das Können des Chors unter Beweis stellte. Niclas Brell spielte dazu am Keyboard.
Verschiedene Sängerinnen traten ans Mikrofon und moderierten die thematischen Zusammenstellungen. Vom „Fernweh und Innehalten“ handelten „California Dreamin“ von The Mamas and the Papas. Durch Niclas Brells Gitarrenbegleitung wirkte Ina Müllers „Ich halt die Luft an“ besonders beschwingt, ehe der Block „Jazzige Eleganz“ mit „But beautiful“ von Samara Joy (2021) gefallen konnte und „etwas leisere, fast schon rauchige Töne anschlug“, so die Anmoderation.
„Hoffnung und Trost“ griffen die Sängerinnen danach in Adel Tawils „Ist da jemand?“ auf, was in der Akustik der Stiftskirche viel Beifall erntete. Coldplays „Fix you“ und das mächtige und Raum erfüllende „Closer to Heaven“ (1987) von The Alan Parsons Project leiteten über „zu einer Pause für die Sängerinnen“, wie es Niclas Brell beschrieb. Singen sei anstrengend und so gönnte der Chorleiter mit der Instrumentalversion von „Back to Friends“ seinen Sängerinnen eine kleiner Auszeit.
Musica Nova feierte im vierten Block „die vier Pilzköpfe aus Liverpool, die die Musikwelt für immer verändert haben“ in einem Beatles-Medley. Bei „Let it be“, „Strawberry Fields Forever“, „In My Life“ und „Hey Jude“ sang und klatschte das Publikum in den Kirchenbänken teils mit, ehe Madsens „Lass die Musik an“ das Finale bildete.
Die musikalische Reise endete mit zwei Zugaben: das erst am Vortag einstudierte „Every Breath you take“ von The Police und „Eight Days a Week“ von The Beatles.
Ulrike Egbert vom Musica-Nova-Leitungsteam dankte Brell humorig für die geleistete Arbeit mit einer Thermosflasche, deren Lieferung aber noch im Gange sei, denn Brell habe sich als Chorleiter wie eine solche Flasche „auch schon mal mit einer robusten Schale und manchmal zischend gezeigt“.
Am Ausgang konnten die Zuhörer für die Arbeit von Musica Nova eine Spende geben. Wer sich für die Arbeit des Chors interessiert, ist dienstags zu den Proben, die um 19.45 Uhr im Stiftshof beginnen, herzlich willkommen.
Quelle: WN / Björn Igelbrink
Fotos: Björn Igelbrink
