Neujahrsempfang der IG Leeden: Hand in Hand mehr erreichen

Gruppenfoto vlnr: Pastor Iven Benck, Pastoralreferentin Marion Tumbrink, IGL-Ehrenvorsitzender Jörg Michel, Gerhard Wellemeyer (IGL), Feierabendmarktmeister Heinz Saatkamp, Radiomoderatorin Kathleen Berger, Carsten Brommer (IGL), Bürgermeister Stefan Streit und Marie-Theres Himstedt (IGL).

„Ich bleibe so lange im Amt, bis der Burggraf steht“, meinte Bürgermeister Stefan Streit humorvoll auf dem gestrigen Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft Leeden (IGL). Das Stadtoberhaupt freute sich, dass er bereits seit 16 Jahren auf der Veranstaltung im Stiftshof sprechen darf. Rund 80 Zuhörer informierten sich über Vergangenes und über Termine für das noch junge Jahr 2026.
Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche startete der Neujahrsempfang in der evangelischen Stiftskirche. Pastor Iven Benck von der evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg und Pastoralreferentin Marion Tumbrink von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen rückten die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe , ich mache alles neu!“ in den Blickpunkt. Der Bibelvers mache für Benck „Mut zu neuen Wegen“ und Tumbrink erörterte die positiven und negativen Empfindungen, die etwas Neues auslösen könnte und betonte: „Glaube ist wie ein Pluszeichen über meinem Leben.“ Unter Leitung von Karsten Tiemann gestaltete der Posaunenchor die Lieder musikalisch mit.
Im Anschluss lud die IG Leeden zum Neujahrsempfang im Stiftshof ein, wo Gerhard Wellemeyer für das Vorstandsteam die Begrüßungsworte sprach. Dabei rief er einige der Aktivitäten im Stiftsdorf im letzten Kalenderjahr in Erinnerung. Beispielsweise seien durch die neuen Parkplätze am Dorfteich auch bereits einige Stolperfallen der Hochbürgersteigkanten verschwunden.
„Die Arbeiten und Grundstücksverhandlungen für den Radweg zwischen Ledde und Leeden sind auf einem guten Weg“, freute sich Wellemeyer, der aber gleichermaßen einen Blick nach vorne richtete. So lud er den Bürgermeister, die Ratsmitglieder und Vertreter der Kirchengemeinden ein, „auch außerhalb des Wahlkampfes auf dem Feierabendmarkt an der Remise für Gespräche zur Verfügung zu stehen“.
Auf diesem fehle es zum Bedauern von Gerhard Wellemeyer derzeit an einem Fleischanbieter, den die Verantwortlichen aber intensiv suchten. Am 21. April könne der Feierabendmarkt sein fünfjähriges Bestehen feiern und mit stabilen Besucherzahlen „ist er eine Erfolgsgeschichte“.
Der von Jugendlichen gewünschte Mountainbike-Trail im Stiftsort könne nach Auskunft des IGL-Vorstandsmitglieds vielleicht noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden, hätte doch die Stadt Unterstützung in Aussicht gestellt und die evangelische Kirchengemeinde könne mit einem Grundstück weiterhelfen.
Gerhard Wellemeyer freute sich, dass die derzeit an der Turnhalle und an der Phyiotherapiepraxis vorhandenen Defibrillatoren, für die es altersbedingt keine Ersatzteile mehr gebe, ersetzt werden: Ein Gerät finanziere die Interessengemeinschaft Leeden, das andere übernehme die Hausarztpraxis des Stiftsdorfs.
Die Kooperation mit der Kurverwaltung bezeichnete Gerhard Wellemeyer als „ausbaufähig“, müssten doch sich die Terminabstimmungen verbessern.
„Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird, sondern die unbezahlbar ist“, hob Wellemeyer hervor und dankte den vielen unentgeltlich Aktiven, die sich beispielsweise um das Kneipp-Wassertretbecken, den Dorfpavillon oder den Hundebeutelspender kümmern.
Wellemeyer erklärte, dass die Teilnehmer am Weihnachtsmarkt einen Beitrag zur Logistik-Pauschale zu entrichten hätten. Den Überschuss übergab er mit Nadine Steinigeweg als IGL-Jugendbeauftragte zur Förderung der Jugend- und Seniorenarbeit im Stiftsdorf. So freuten sich im Stiftsdorf über jeweils 250 Euro Spenden die Nachwuchsarbeit des Posaunenchors oder Karin Stryjewski mit ihrem Team zur Unterstützung der Seniorenarbeit. Von dem Geld planen die Senioren „einen Kaffeeausflug mit Bürgermeister Stefan Streit am 12. Juni ins Dorfgemeinschaftshaus nach Ledde“ und zudem wolle Stryjewski Senioren die digitale Welt in einem „Senioren Café“ näherbringen.
Ebenfalls diese Spendensumme erhielten Anne Lammers, die Leedener Kinder und Jugendliche am Freitag, 6. Februar, von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr zum Schlittschuhlaufen in die Eissporthalle nach Osnabrück einlädt, Marie Denter für die Arbeit der Kindergruppe „Junges Gemüse“, das Team der Sternsingeraktion für ein Dankeschöntreffen und das Team vom Kinderkarneval, das am 13. Februar ab 16.11 Uhr mit dem Bollerwagenumzug und einer Party im Stiftsdorf für närrisches Treiben sorgt.
„Die Stadt Tecklenburg hat einen Neujahrsempfang und der findet in Leeden statt!“ betonte Stefan Streit. Der Bürgermeister bekannte, „dass die aktuellen politischen Nachrichten nerven“. Umso erbaulicher sei, dass beispielsweise die Interessengemeinschaft Leeden „gemeinsam alle mit einbezieht“ und dass der Feierabendmarkt, der von allen vier Ortsteilen genutzt werde, dazu einlade „demokratisch kommunikativ und transparent zu sein“.
Streit hob hervor, dass in diesem Jahr die 800-jährige urkundliche Erwähnung Tecklenburgs als städtische Siedlung ein besonderer Anlass sei, mahnte aber auch: „Der städtische Haushalt in den nächsten Jahren wird nicht rosig aussehen.“ Der Bürgermeister erwarte „schlechte Zahlen“ und die Haushaltssicherung stehe bevor, obschon die Stadt „sich nicht kaputt sparen“ dürfe.
Die im Herbst zu erwartende abgeschlossene Modernisierung des Kulturhauses schenke „Zuversicht und Optimismus für die Zukunft“. Das gelte auch für die wichtige infrastrukturelle Maßnahme des Radwegs zwischen Ledde und Leeden und für sozialpolitische Themen wie den Sozialausschuss und die Ehrenamtskarte. Die Übernahme von Ideen aus dem Brochterbecker Activity Park in Leeden bezeichnete Stefan Streit als großartig. Im dortigen Stiftshof seien zudem „zwei Jugendräume bereits frisch gestrichen“.
Vom Seniorenwohnheim Haus Hedwig, das seit Mai Bewohner beherbergt, sprachen Judith Otto und Martina Schulte kurz auf dem Neujahrsempfang. „Wir sind in Leeden angekommen“, dankten sie besonders den Nachbarn an der Elbinger Straße für ihr Verständnis während der Baumaßnahme und berichteten vom „Hineinwachsen und Kennenlernen der dörflichen Struktur“ im Rahmen von Kontakten mit den Kirchengemeinden oder durch das Mitwirken an gemeinsamen Aktionen wie den Bollerwagenumzug. Sie dankten allen Bürgern, „die das Ziel haben, dass die Bewohner im Haus Hedwig sich wohl fühlen“.
Carsten Brommer vom IGL-Vorstand berichtete über das geplante Ziel, „auf der Homepage einen Veranstaltungskalender einzurichten, der Belegungen und Termine vom Stiftshof, von der Remise oder von den Dorfgruppierungen bündelt“. Änderungswünsche könnten per Mail verschickt werden an die Adressen stiftshof@leeden.de und remise@leeden.de.
„Das Wir hier ist wichtig und ein Indikator für Erfolg“, betonte Kathleen Berger in ihrem Grußwort zum Neujahrsempfang. Die Radiomoderatorin stammt selbst aus dem Stiftsdorf und meinte, dass Leeden ein Vorbild sei, denn das „Wir dort gibt es schon sehr lange“. Sie freute sich über Leuchtturmprojekte, die diesen Gedanken „ins Dorf, ins Land und in Europa hineintragen“.
Ein Team von freiwilligen Helfern der IGL sorgte nach dem offiziellen Programmteil für einen gemütlichen Rahmen vom Sektempfang bis hin zu Schnittchen genossen die anwesenden Gäste Leckereien und in vielen Gesprächen ging es um die Geschehnisse und Veranstaltungen im Stadtgebiet.

Quelle: WN / Björn Igelbrink

Fotos: Björn Igelbrink / Marie-Theres Himstedt