Bürgermeister Sterfan Streit (l.) mit den Preisträgern des Heimat- und des Jugendförderpreises sowie den Laudatoren. Die Feierstunde fand am 11. Dezember in der Historischen Gaststätte Franz statt. Foto: Ruth Jacobus
Das Ehrenamt als Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält: Viele lobende Worte gab es bei der Verleihung des Heimatpreises und des Jugendförderpreises. Sie fand im festlichen Rahmen am Donnerstagabend in der Gaststätte Franz statt. Der Saal war gut gefüllt. Nicht nur die Mitglieder des Stadtrates und die Preisträger waren gekommen, sondern auch Laudatoren und diejenigen, die die Auszuzeichnenden in ihrem Wirken unterstützen. „Sie fragen nicht, was die Gemeinschaft für sie tun kann, sondern was sie für die Gemeinschaft tun können“, so Bürgermeister Stefan Streit „Wir zollen ihnen heute Respekt für ihre ehrenamtliche Arbeit.“
Den Jugendförderpreis teilen sich drei Personen, wobei es gleich zwei zweite Plätze (jeweils 750 Euro) gab. Marina Westphal vom BSV Bergeslust wurde als Erste geehrt. Seit fünf Jahren kümmert sie sich um den Aufbau der Einrad-Kinder- und Jugendgruppe, ist im Einsatz bei Festen und Turnieren. Laudator Alexander Prigge hob hervor, wie viel Zeit, Geduld und Begeisterung sie den Kindern geschenkt habe. „Du hast Gemeinschaft geschaffen, Begeisterung geweckt und dem Verein eine Zukunft gegeben.“
Zweiter Preisträger ist die 2017 gegründete Kinderfeuerwehr unter der Leitung von Kristoph Saatkamp. Den Kindern werde gezeigt, wie wichtig Verantwortung, Teamgeist und Gemeinschaft seien, betonte Laudator Dennis Dittmann. „Sie lernen, füreinander da zu sein.“ Der Preis sei eine großartige, verdiente Anerkennung. Kristoph Saatkamp habe die Kinderfeuerwehr von Anfang an mit begleitet.
Den ersten Preis, 1000 Euro, erhielten Hannah Kuhlmann und ihr Team vom Brochterbecker Ferienlager. Das Brochterbecker Ferienlagerteam präge seit über 30 Jahren die Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Generationen von Kindern hätten hier unvergessliche Ferienwochen erlebt, erläuterte Laudatorin Dörthe Wittrock. Das aktuelle Team besteht aus 14 Leiterinnen und Leitern sowie einem vierköpfigen Küchenteam. Im Schnitt nehmen jährlich 40 bis 50 Kinder im Alter von neun bis 15 Jahren aus allen Ortsteilen teil.
Das Team vermittele zentrale Werte, lobte Dörthe Witterock: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Gleichberechtigung, Inklusion, Respekt, Selbstständigkeit und Toleranz. Das außergewöhnliche Engagement, das Kinder aus allen Ortsteilen zusammenführe und jungen Menschen Verantwortung, Kreativität und Herzblut vermittele, mache das Brochterbecker Ferienlager zu einem herausragenden Vorbild für ehrenamtliche Jugendarbeit.
Lautstarker Jubel
Viel Applaus gab es für die neuen Träger des Jugendförderpreises, bevor Stefan Streit die Verleihung des Heimatpreises vornahm. Auch hier gab es zwei zweite Plätze, jeweils mit 1500 Euro dotiert. Lautstarker Jubel brandete auf, als Harald Budke nach vorne gebeten wurde. Seit 2002 leitet er ehrenamtlich den ökumenischen Chor „Miteinander“, der mittlerweile über 40 Mitglieder hat.
Laudatorin Angelika Buck-Netkowski verwies auf die gewinnende Art der Chorleitung und auf das besondere Engagement von Harald Budke. Einmal im Jahr gebe es einen Workshop als Vorbereitung auf ein Konzert, das im Wechsel in den Ortsteilen stattfindet. „Die Kirchen sind dann immer bis auf den letzten Platz gefüllt.“ Budke habe zudem weitere Formate initiiert wie den musikalischen Gang durch Tecklenburg unter dem Titel „Eine Zeit bricht an“, Er bereichere die Valentinsfeier in der Stadtkirche mit seiner 2013 von ihm gegründeten Band „Stückwerk“. Auch die „Klingende Kirche“ und die „Inspiration am Abend“ gehe auf seine Initiative zurück.
„Harald ist ein kreativer, engagierter Tecklenburger und ein würdiger Preisträger.“ Angelika Buck-Netkowski
Harald Budke ist zudem Presbyter und Friedhofkirchmeister. In dieser Funktion hat er jeweils 9000 Euro aus dem Projekt Biodiversitäts-Check für die Gestaltung der Friedhöfe in den Ortsteilen generiert. „Harald ist ein kreativer, engagierter Tecklenburger und ein würdiger Preisträger“, lobte Angelika Buck-Netkowski.
Ebenfalls 1500 Euro gingen an Walter Melcher, den Vorsitzenden des Förder- und Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus Ledde, der sich mit einem sechsköpfigen Vorstand um den Erhalt und die Pflege des Gebäudes kümmert. „Es gibt Häuser, die stehen nur da. Das ist beim Dorfgemeinschaftshaus anders. Da tobt das Leben“, hob als Laudatorin Dr. Jana Schneebecke hervor. Vieles werde dort veranstaltet, und dazu brauche es ein Team. Das besteht neben Walter Melcher aus Christa Grabe, Heike Hollenberg, Kristina Diesendorf, Frithjof Philipp und Franz Remme.
„Hier wird Gemeinschaft geschaffen, Geschichte bewahrt und Zukunft gestaltet.“ Dr. Jana Schneebecke
Das Team kümmert sich nicht nur darum, dass Leben in das Haus kommt mit Handarbeitsgruppe, Bridgeclub, Tanz und Theater sowie vielen privaten Feiern. „Es ist ein Gebäudemanagement, das dahinter steht“, betonte Dr. Jana Schneebecke. „Hier wird Gemeinschaft geschaffen, Geschichte bewahrt und Zukunft gestaltet.“
Der erste Preis, 2000 Euro, ging an Karin Stryjewski, die in der Seniorenarbeit der IG Leeden aktiv ist. Mit viel Herzblut, Energie und unerschütterlichem Engagement verbinde sie Menschen miteinander, lobten die Laudatorinnen Nadine Steinigeweg und Katja Biester.„ Was zunächst eine einfache Beobachtung war, dass viele ältere Menschen einsam werden, wenn Familie und gewohnte Kontakte wegfallen, hast du in eine konkrete Antwort verwandelt: einen lebendigen Raum voller Wärme, Gemeinschaft und Lebensfreude.“
Gemeinsam gegen einsam
Karin Stryjewski hat den Seniorentreff „Gemeinsam gegen einsam“ ins Leben gerufen. Auch der Frauentreff Ü 60 trägt ihre Handschrift. „Du zeigst, dass Einsamkeit kein festgeschriebenes Schicksal ist, sondern dass Begegnung, Wertschätzung und ein offenes Herz Großes bewirken können. Gemeinsam mit deinem Team schenkst du Seniorinnen und Senioren Zeit, Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit.“
Karin Stryjewski ist nun nominiert für den Landes-Heimatpreis NRW, der einmal im Jahr vergeben wird.
Quelle: WN / Ruth Jacobus
