Nachdem ein Freund schwer erkrankt ist, überlegten sich zwei Leedener, wie sie ihm am besten helfen können. Doch dass ihre Aktion solch große Wellen schlägt, damit hatten sie nicht gerechnet.
Die Initiatoren der großen Spendenaktion: Toni und Svenja Roge (Foto: privat)
Wenn ein Freund erkrankt, bewegt das auch immer die Herzen seiner Mitmenschen. So war es auch, als Toni Roge von einer ernsten Lungenerkrankung seines Feuerwehr-Kameraden der Einheit Leeden erfuhr. Unerwartet hat die Krankheit seinem Freund aus dem Alltag gerissen. Wie akut die Lage war, das erfuhr Toni Roge vor vier Wochen. Nach einem längeren Gespräch mit dem erkrankten Freund, setzte er sich schließlich mit seiner Frau Svenja Roge zusammen.
Idee für die Spendenaktion war geboren
Beide überlegten, wie sie ihrem Freund am besten helfen können, der dringend eine Spenderlunge benötigt. „Eine neue Lunge war natürlich nicht möglich. Die einzige Möglichkeit war es, ihn und seine Familie mit Geld zu unterstützen.“ Aktuell schaffe der Freund es nur, mit der Hilfe von Medikamenten am Leben zu bleiben. Aber: „Jeder, der selbst schonmal länger krank war, weiß ja – das Geld wird irgendwann knapp.“ Damit war die Idee für die Spendenaktion geboren. Bevor Toni Roge jedoch loslegte, fragte er erst seinen Freund um Erlaubnis. Eigentlich wollte dieser keine große Aufmerksamkeit. Doch nach einem Gespräch mit seiner Familie stimmte er zu – unter einer Bedingung: Er wollte anonym bleiben. Für Toni Roge vollkommen nachvollziehbar: „Wäre ich selbst schwer krank, würde ich mir auch nicht so viel Aufmerksamkeit wünschen.“
Großer Aufruf über Social Media
Im Internet informierte sich Roge, welche digitalen Möglichkeiten es für die Aktion gibt. Durch Zufall sah er, dass sich ein solcher Aufruf auch über Paypal starten lässt – und zwar ganz gebührenfrei. Gleichzeitig durften er und seine Frau eine Spendenbox am Stand der Feuerwehr auf dem Feierabendmarkt aufstellen. Anfang November war die Wehr dort das erste Mal vertreten – am Stand, der für Vereine reserviert ist: „Das passte mit unserer Spendenaktion perfekt zusammen.“ Auch über Social Media machten Toni und Svenja Roge auf die Aktion aufmerksam. Innerhalb kürzester Zeit verselbstständigte sich ihr Aufruf. Auf immer mehr Plattformen wurde er geteilt. Niemals habe Toni Roge gedacht, dass der Aufruf solch hohe Wellen schlägt: „Es haben sich Menschen beteiligt, die hier schon gar nicht mehr wohnen.“ Und vor allem habe er nicht mit einer so riesigen Summe gerechnet.
Freund wartet noch immer auf Spenderlunge
Über Paypal waren bereits nach wenigen Stunden 7.000 Euro eingegangen. Und auch die Resonanz auf dem Feierabendmarkt war gut: dort kamen allein am ersten Abend 600 Euro zusammen. „Viele der Spender kennen den Freund persönlich. Aber viele haben auch gespendet, ohne ihn zu kennen, weil sie davon gehört hatten.“ Vergangene Woche Mittwoch war die Feuerwehr ein letztes Mal auf dem Feierabendmarkt vertreten. Allein auf dem Markt sind rund 1.000 Euro Barspende zusammengekommen. Und die endgültige Summe beläuft sich auf ganze 18.153,96 Euro. „Das ist ein Betrag, der die Erwartungen aller Beteiligten übertroffen hat.“ Das Geld diene nun der aufwendigen medizinischen Behandlung sowie der damit verbundenen Kosten rund um die Lungentransplantation. Inzwischen ist die Spendenaktion eingestellt: „Jetzt haben alle gespendet und wir wollen uns vor allem dafür bedanken.“ Auch die Familienmitglieder des erkrankten Kameraden seien von der überwältigenden Resonanz zutiefst berührt gewesen. Der Freund selbst habe aktuell weiterhin zu kämpfen.
Spenden-Initiator ist zutiefst berührt
Die Wohnung könne er nicht selbstständig verlassen. Stattdessen wartet er weiterhin auf eine Spenderlunge. „Jeder weiß, so etwas kann ganz schnell gehen oder auch sehr lange dauern. So etwas schlägt auf Dauer auf die Psyche.“ Jeder Euro helfe nun, die finanzielle Belastung ein wenig zu lindern, sagt Toni Roge. Noch vergangenes Wochenende hat er die gesamte Spendensumme. Von der großen Anteilnahme ist er noch immer tief berührt: „Unser Stiftsdorf Leeden hat einmal mehr bewiesen, wie stark Zusammenhalt sein kann.“ Umso wichtiger ist es ihm, sich vom Herzen bei allen Unterstützenden zu bedanken und zugleich darauf hinzuweisen, wie wichtig ein Organspendeausweis ist.
Quelle: WN / Sarah Luisa Ostermann
