So feiert Leeden seine Premiere beim „Heimat shoppen“: Feierabendmarkt und Dorfladen im Fokus

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Kurze Wege, frische Waren aus der Region und enger Zusammenhalt: Mit „Heimat shoppen“ möchte Leeden zeigen, was im Ort vorhanden ist – und warum es erhalten werden muss. Im Fokus stehen der Feierabendmarkt und der Dorfladen „Lebensmittelpunkt“.

Laden in großer Gemeinschaft ein zum „Heimat shoppen“ in Tecklenburg-Leeden: Heinz Saatkamp, Marktmeister (4.v.l.), Gerhard Wellemeyer, Interessengemeinschaft Leeden (5.v.l.) sowie Lena Majnaric, IHK Nord Westfalen (5.v.r.), Britta Frommeyer, Kreissparkasse Steinfurt (4.v.r.) und Philipp Böckmann, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland e.V. (3.v.r.). Foto: Busch/IHK Nord Westfalen

Im September dreht sich im gesamten Münsterland alles um die Stärkung der Ortskerne. Rund 1500 Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister aus 36 Kommunen beteiligen sich an der Kampagne „Heimat shoppen“, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen organisiert wird. Erstmals mischt in diesem Jahr auch Tecklenburg-Leeden mit. Das historische Stiftsdorf, das bloß rund 2300 Einwohner zählt, setzt dabei auf die bewährte Kraft ihres wöchentlichen Feierabendmarktes und den Dorfladen „Lebensmittelpunkt“.

Feierabendmarkt wächst seit fünf Jahren
Das Stiftshofgelände am Marktplatz an der Remise verwandelt sich stets dienstags in der Zeit von 16 bis 19.30 Uhr in einen Treffpunkt für Frische und Geselligkeit. Rund zehn Händler bieten dort ihre Waren an. Dem allgemeinen Trend, dass es immer weniger Wochenmärkte gibt, wirkt Leeden entgegen.
„Unser Feierabendmarkt zeigt seit fünf Jahren, wie groß das Interesse an regionalen Angeboten und kurzen Wegen ist“, erklärt Gerhard Wellemeyer, Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Leeden. Und nicht nur das: In Tecklenburgs ältestem Ortsteil greift ein Zahnrad in das andere. Die Mitglieder der IG kümmern sich um Tische, Bänke und die Stammplätze der Beschicker, die den Umgang und das gemeinsame Miteinander offensichtlich sehr zu schätzen wissen:
„Wir hören von so manchem Marktbeschicker: ‚Wir kommen lieber in einen kleinen Ort wie Leeden, als in einen Nachbarort mit 23.000 Einwohnern, wo sich niemand um uns sorgt‘“, berichtet Wellemeyer. In größeren Städten scheine man sich nicht gut genug um deren Wohlbefinden zu kümmern, vermutet er. Der Leedener Feierabendmarkt ist der einzige wöchentlich stattfindende seiner Art im Kreis Steinfurt.

Dorfladen braucht regelmäßige Kundschaft
Besonders wichtig ist der IG Leeden auch der Dorfladen „Lebensmittelpunkt“. Auf rund 120 Quadratmetern Fläche betreiben die Ledder Werkstätten diesen integrativen Markt, der Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen einen Arbeitsplatz bietet. Doch allzu oft würden die Großeinkäufe in den Verbrauchermärkten der Nachbarorte absolviert.
„Der Dorfladen ist darauf angewiesen, dass die Leute hier vor Ort einkaufen“, betont Gerhard Wellemeyer. Seinen Angaben zufolge würden er und seine Frau fast alles dort einkaufen, was sie für den täglichen Bedarf brauchen. Das „Heimat shoppen“ soll den Blick auf das Angebot im Ort lenken.
Neben dem Feierabendmarkt und dem Dorfladen habe Leeden auch Handwerksbetriebe, Dienstleister und örtliche Unternehmen zu bieten. „Es liegt mir und der IG Leeden sehr am Herzen, all diese zu unterstützen und mit ihnen eng zusammenzuarbeiten“, sagt Gerhard Wellemeyer. Ziel müsse es sein, all diese langfristig vor Ort zu sichern.

Zusammenhalt stärkt das Dorf
Die bundesweiten Aktionstage vom „Heimat shoppen“ beschränken sich auf den 11. und 12. September, aber im Münsterland gibt es den ganzen Monat über Veranstaltungen. Im Dorfladen und auf dem Feierabendmarkt in Leeden werden, wie in den anderen teilnehmenden Kommunen auch, im September die offiziellen Werbematerialien wie Papiertüten und Plakate verteilt.
Die IHK Nord Westfalen sieht in der Kampagne einen Beitrag für lebendige Ortskerne. „Wer vor Ort einkauft, stärkt mehr als ein einzelnes Geschäft“, erklärt IHK-Projektleiterin Lena Majnaric. Lokale Unternehmen würden Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern, Vereine und Veranstaltungen unterstützen und trügen zu lebendigen Zentren bei.

Teilnehmende Kommunen am „Heimat shoppen“ im Münsterland:
Neben Tecklenburg-Leeden nehmen auch diese Kommunen an der Aktion „Heimat shoppen“ teil: Ahlen, Beckum-Neubeckum, Bocholt, Coesfeld, Drensteinfurt, Dülmen, Emsdetten, Gescher, Greven, Gronau, Havixbeck, Heiden, Lengerich, Lüdinghausen, Mettingen, Neuenkirchen, Nordkirchen, Nottuln-Appelhülsen, Ochtrup, Ostbevern, Raesfeld, Reken, Rheine, Rheine-Mesum, Schöppingen, Senden, Sendenhorst, Stadtlohn, Steinfurt-Borghorst, Steinfurt-Burgsteinfurt, Telgte, Velen, Vreden, Wadersloh, Warendorf, Westerkappeln und Wettringen.

Die IG Leeden möchte dabei auf praktische Zusammenarbeit setzen. Wellemeyer nennt ein Beispiel: Bei einem gut besuchten Grillabend für IG-Mitglieder seien am Abend zusätzliche Getränke nötig gewesen. Der örtliche Getränkelieferant habe selbst um 21.30 Uhr noch ausgeholfen. „Ein Geben und Nehmen“ sei das, sagt Wellemeyer. Das „Heimat shoppen“ bietet nun einen Rahmen, um diesen Gedanken breiter zu vermitteln. Das Leedener Marktmotto bringt ihn auf einen Satz: „Wer weiter denkt, kauft näher ein.“

Quelle: WN / Dario Teschner