„Schnee-Könige“ sammeln in Leeden fast 5000 Euro für Hilfsprojekte

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Eine recht geschlossene Schneedecke, ganztägige Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts und auch so manche eisige Windböe konnten die Rekordzahl von 91 Kinder und Jugendlichen nicht davon abhalten an der 34. ökumenischen Sternsingeraktion unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ teilzunehmen. So brachten die ehrenamtlich Engagierten am Samstag, 10. Januar 2025, den Segen Gottes zu den Haushalten in Leeden und sie baten um Spenden für Hilfsprojekte in Bangladesch – teils waren sie sogar mit einem Schlitten unterwegs.

„Für die heiligen Drei Könige war kein Weg nach Betlehem zu weit“, erklärte Pastor Iven Benck von der evangelischen Kirchengemeinde im Eröffnungsgottesdienst in der Stiftskirche. So wollten die Sterndeuter doch das Kind in der Armut des Stalles aufsuchen. Inge Zumsande, Pastoralreferentin im Bistum Osnabrück, vertrat spontan die erkrankte Amtskollegin Carolin Wessels von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen, und animierte die Teilnehmer an der ökumenischen Gemeinschaftsaktion aufzustehen, den Mund auf zu machen und sich gegen Kinderarbeit zu positionieren – „So darf die Welt nicht sein!“.
Mit Weihwasser segnete Zumsande die Segensbändchen, die jeder Teilnehmer erhielt, die Segensaufkleber sowie die Kreide, mit der die Sternsinger auf Wunsch den lateinischen Segen 20*C+M+B+26 (Christus segne dieses Haus 2026) an Hauswände bzw. -türen geschrieben haben. In ihren Bezirken sammelten sie als Heilige Drei Könige und Sternträger verkleidet Spenden für bedürftige Altersgenossen.
4904,10 Euro waren – von vielen Händen ausgezählt – am Ende des Tages für die Projekte des Kindermissionswerkes in Aachen in den Sammeldosen. Sie sind für Maßnahmen in Bangladesch bestimmt, da trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit in dem südasiatischen Land noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten müssen. 1,1 Millionen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen wie die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) und Caritas Bangladesch setzen sich dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.

Mit bunten Gewändern, selbst gebastelten Sternen und Kronen waren die Teilnehmer im Stiftsdorf schon von Weitem als Weise aus dem Morgenland zu erkennen sind. „Aufgrund der hohen Anzahl an Mitwirkenden und entsprechend vieler Gruppen war die Anzahl der anzusteuernden Haushalte überschaubar“, freuten sich die Organisatoren Björn Igelbrink und Michael Zumsande, der auch wieder dafür gesorgt hatte, dass zur Mittagszeit ein Serviceteam im Stiftshof allen das „Sternsinger-Menü“, Nudeln mit Soße und Gemüsesticks, servieren konnte.

In dem ökumenischen Abschlussgottesdienst am Spätnachmittag, den die Musikgruppe „conTakt“ von der katholischen Kirchengemeinde mitgestaltete und in dem dampfender Weihrauch symbolisch Wünsche und Gedanken empor steigen ließ, berichteten die Sternsinger von den Erlebnisses ihres Tages. Einige Gruppen hatten zwischendurch Zeit mit Krone und Umhang auf ihrem Schlitten eine Rodelpiste hinunter zu sausen. Eine Fahrerin mit ihrer Gruppe hatte sich in dem Schnee im Ortsteil Loose festgefahren, konnte aber mit Hilfe ihres Vaters befreit werden. „Bei uns ist ein Hund ins Auto gesprungen“, berichtete ein Mädchen und sorgte für Lacher in den Kirchenbänken.

Inge Zumsande lud zum Tagesrückblick ein. Die Sternsinger berichteten von lächelnden Menschen, die sie bereits erwartet hätten. An einer Autobahnraststätte bekam die Gruppe Pommes serviert, andere erhielten heißen Kakao und Süßigkeiten in Haushalten. Manche berichteten aber auch über Ärgerliches: „Uns wurde die Tür vor der Nase zugeschlagen!“, bedauerte eine Gruppe.

„Ihr habt Großes bewegt und darauf dürft ihr stolz sein“, dankte Iven Benck den Kindern und Jugendlichen, von denen einige das erste Mal an der Sternsingeraktion mitgewirkt hatten, andere aber bereits 13. oder 14. Mal mit dabei waren. Bei der Übergabe der Dankeschönurkunden durch die Organisatoren brandete für jeden kräftiger Applaus in der Stiftskirche auf. Benck betonte, dass Gott die Kinder mit ihren Stimmen, Füßen und Herzen brauche.

Dem Gottesdienst folgte das Öffnen und Auszählen der Sammeldosen im Seminarraum an der Stiftskirche. Einige Kinder spendeten Süßigkeiten, die sie bei ihrer Reise durch den Stiftsort erhalten hatten, für die Tafel.

Wer die Aktion auch noch unterstützen möchte, am Samstag aber vielleicht die Sternsinger nicht begrüßen konnte, kann dennoch etwas spenden und den Segen erhalten: In der Bäckerei Blömker und im Lebensmittelpunkt stehen derzeit Sammeldosen. Zudem besucht eine Gruppe der Sternsinger den Feierabend-Markt am Dienstag, 13. Januar 2026, in der Zeit von 16 bis 18.30 Uhr. Auch an der dortigen Remise freuen sich die engagierten Mädchen und Jungen über Geldspenden und halten Segensaufkleber zur Mitnahme bereit.

Quelle: WN / Björn Igelbrink