5 Jahre Feierabendmarkt in Leeden: Viel mehr als nur ein Ort zum Einkaufen!

Mit Live-Musik, Geburtstagstorte und unzähligen gut gelaunten Gästen feierte der Feierabendmarkt in Leeden am Dienstag (21. April 2026) sein fünfjähriges Bestehen und damit eine Erfolgsgeschichte, die in der gesamten Region ihresgleichen sucht. Von Ruth Jacobus

Das war ein Jubiläum nach Maß: Ein strahlend blauer Himmel, unzählige gut gelaunte Besucher und ebenso bestens aufgelegte Beschicker: Den Feierabendmarkt gibt es jetzt seit fünf Jahren, und er hat in dieser Zeit an Attraktivität nichts eingebüßt – im Gegenteil. Er zieht immer mehr Menschen an, nicht nur aus Leeden und Gesamt-Tecklenburg, sondern auch aus den Nachbarorten. Dieser Markt hat halt ein besonderes Flair.

Am Dienstagnachmittag ist es so voll wie wohl noch nie. Schon von weitem sind helle Kinderstimmen zu hören: Die Musik-AG der Teutoburger-Wald-Schule gratuliert mit fröhlichem Gesang. An den langen Tischen sitzen Marktbesucher und genießen das besondere Ambiente bei Torte, Erdbeerbowle, Grillwurst oder einem Eis. Währenddessen haben die Beschicker alle Hände voll zu tun, verkaufen Käse oder Fisch, Gemüse, Brot oder Burger.

Gerhard Wellemeyer vom Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Leeden freut sich über das muntere Treiben. Der Initiator und rührige Organisator des Marktes blickt in seiner Ansprache auf die Anfänge zurück. Im November 2018 gab es ein Gespräch mit Bürgermeister Stefan Streit und Dr. Siegbert Panteleit von der „SPE. Standort- und Projektentwicklung“ in Gelsenkirchen. „Dr. Panteleit zeigte sich zunächst nicht sehr begeistert, einen neuen Markt für einen kleinen Ort mit nur 2300 Einwohnern zu entwickeln“, so Gerhard Wellemeyer. „Aber diese Zurückhaltung legte sich sehr schnell, als er die Räumlichkeiten hier vor Ort sah: die Remise und das Stiftshof-Gelände, direkt angrenzend an den Dorfplatz.“

„Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben sich die Haare gerauft.“ Gerhard Wellemeyer

Die Idee: ein Feierabendmarkt mit Verzehr- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Nach vielen Gesprächen mit potenziellen Beschickern ging es dann am 20. April 2021 los – mitten im zweiten Corona-Lockdown. Alle Besucher mussten Masken tragen, es durften sich keine langen Schlangen vor den Ständen bilden – und trotzdem war der Besuch phänomenal. „Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei rauften sich die Haare, als sie diese große Menschenansammlung sahen, aber es ging alles gut“, erinnert sich Gerhard Wellemeyer.

Als dann später Bierzeltgarnituren aufgestellt und auf dem Markt auch gegessen werden durfte, nahm die Erfolgsgeschichte Fahrt auf. „Ich bin der festen Überzeugung: Ein normaler Wochenmarkt am Vormittag hätte in Leeden nicht länger als ein halbes Jahr bestanden – aber mit dem Modell Feierabendmarkt und vielen Aktionen ist es uns gelungen, auch viele Besucher aus den Nachbarorten zu gewinnen“, betont Gerhard Wellemeyer.

Zu den Aktionen gehört unter anderem, dass die Leedener Vereine im monatlichen Wechsel am großen Grill stehen und die Besucher mit Würstchen versorgen. Ihnen gehörte der Dank ebenso wie den Marktbeschickern, von denen die meisten von Anfang an dabei sind, und auch dem Bürgermeister und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung. Zum Gelingen tragen außerdem Marktmeister Heinz Saatkamp und sein Stellvertreter Rolf Brinkering aktiv bei, die während der Marktzeit immer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

„Ich denke, unser Feierabendmarkt mit circa 50 Terminen im Jahr dürfte inzwischen die Veranstaltung in der Festspielstadt Tecklenburg sein, die nach der Freilichtbühne die höchste Besucherfrequenz aufweist. Darauf können wir alle auch ein bisschen stolz sein“, schloss Wellemeyer seine Rede unter lautem Applaus.

„Der Feierabendmarkt in Leeden ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden.“ Dr. Siegbert Panteleit

Glückwünsche gab es von Dr. Siegbert Panteleit. Beim Start mitten im Corona-Lockdown habe es nicht wenige Stimmen gegeben, die gesagt hätten, dass sich der Markt nicht lange halten werde. „Heute wissen wir: Er hat sich nicht nur gehalten, er hat sich etabliert. Und mehr noch: Der Feierabendmarkt in Leeden ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden.“ Das Büro „SPE Standort- und Projektentwicklung“ hatte mit seinem Wochenmarktkonzept die Grundlage für den Leedener Markt entwickelt.

Den Erfolg in Leeden schrieb der Fachmann drei zentralen Ursachen zu: dem Mut der Politik, dem außergewöhnlichen Engagement vor Ort, das größten Respekt verdiene, und dem Durchhaltevermögen. „Zusammenhalt vor Ort ist keine Selbstverständlichkeit. Er entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, wo sie gestalten wollen und wo sie Räume dafür bekommen. Und genau so ein Raum ist dieser Feierabendmarkt.“

Das sieht auch Bürgermeister Stefan Streit so, der sich über so viel Leben auf dem Markt freut und die laute Geräuschkulisse. Da wird noch einmal Jubel laut. Der Markt sei eine riesige Erfolgsgeschichte, lobt Streit. „Der schönste Tecklenburger Ortsteil ist Leeden – zumindest am Dienstagabend.“ Es sei die IG und vor allem Gerhard Wellemeyer gewesen, die mit viel Liebe, Leidenschaft und Herzblut die Pläne umgesetzt hätten. „Ihr könnt stolz darauf sein.“

Nach so vielen Worten ist wieder Zeit für Musik. Die „Accordeon Rock-Oldies“ spielen auf, während die Besucher das Beisammensein an den langen Tischen genießen oder von Stand zu Stand bummeln. Dort wird nicht nur der Einkauf für zu Hause erledigt, es gibt auch leckere Dinge, die man sofort probieren kann – sei es Backfisch oder eine Käseplatte. Aber das ist ja auch das Besondere an diesem Feierabendmarkt, der weit mehr ist als nur ein Ort zum Einkaufen.

Der Leedener Feierabendmarkt findet jeweils dienstags von 16 bis 19.30 Uhr an der Remise und auf dem Stiftsgelände statt.

Quelle: Ruth Jacobus / WN

Fotos: IG Leeden